Erstes Tattoo – So nehmt ihr euren Kunden die Angst

BodyCult Tattoo Supplies
2021-02-08 18:00:00
Erstes Tattoo – So nehmt ihr euren Kunden die Angst - Hilfreiche Tipps für das erste Tattoo

 

Die meisten Tätowierer unter euch haben sicher schon eine oder mehrere Tätowierungen. Vielleicht habt ihr
vergessen, wie ihr euch vor dem ersten Tattoo gefühlt habt. Vielleicht wart ihr aber auch selbst ein wenig nervös bei
eurem ersten Tattoo-Termin. Selbst, wenn ihr die Nervosität eurer Kunden nicht ganz nachvollziehen könnt, solltet
ihr dennoch in der Lage sein, sie zu beruhigen und ihnen die Angst zu nehmen. Ein gesundes Maß an Empathie
gehört genauso zum Beruf des Tätowierers wie das Tätowieren selbst.

 

Was genau passiert beim Tätowieren?

Eure Kunden fürchten sich wohlmöglich vor der Tattoonadel und vor den damit verbundenen, unerträglichen
Schmerzen. Doch die Vorstellungen solcher Kunden weichen meist enorm von dem wirklichen Geschehen ab. Ja, ein
Tattoo kann wehtun, aber es handelt sich hierbei nicht um eine Art Foltermethode, bei der die Haut malträtiert wird.
Ein frisch gestochenes Tattoo ist lediglich eine oberflächliche Schürfwunde. Das bedeutet, die Nadel geht noch nicht
mal so tief in die Haut wie beispielsweise eine Kanüle beim Blutabnehmen oder Impfen. Sie durchsticht die Haut
nicht ganz, sondern kratzt nur in ihr herum.

 

Ein Tattoo Motiv sollte gut überlegt sein

Einigen Kunden haben Angst davor, dass das Tattoo am Schluss nicht ihren eigenen Vorstellungen entspricht oder
sich ihr Geschmack nach ein paar Jahren verändert. Natürlich kann man nie voraussehen wie sich der Geschmack
mit der Zeit wandelt, daher sollten sich eure Kunden genau überlegen, was sie sich für ein Tattoo stechen lassen.
Aus diesem Grund raten auch viele Tätowierer von Mode-Tattoos ab, da diese meist nur temporär gefallen. Ein
anderes Horrorszenario wäre, wenn der Tätowierer versagt und man am Schluss mit einem verpfuschten Motiv
dasteht. Diese Angst ist zwar nicht ganz unbegründet, da Tätowierer Menschen sind und der Mensch nun mal
fehlbar ist. Denn überall wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, auch wenn es in solchen Fällen nicht passieren
sollte. Die Gefahr ist jedoch relativ gering, wenn man sich einen erfahrenen und begabten Tätowierer aussucht.

 

 

Der Tag vor dem Tattoo-Termin

In den letzten 24 Stunden vor dem Tattoo-Termin sollten eure Kunden darauf achten, dass sie ausreichend
geschlafen und eine nahrhafte Mahlzeit zu sich genommen haben, damit der Blutzuckerspiegel nicht in den Keller
rutscht und der Kreislauf stabil bleibt. Auf Alkohol jeglicher Art und Kaffee sollten eure Kunden ebenfalls verzichten.
Stattdessen ist es empfehlenswert viel Wasser zu trinken, sodass die Haut hinreichend hydriert ist. Am besten ist es,
wenn sie sich noch etwas zu trinken mitnehmen, da eine Tattoo-Sitzung mehrere Stunden dauern kann. Auch
blutverdünnende Medikamente wie Aspirin sind tabu vor einem Tattoo Termin, da sie das Tätowieren erschweren
können und hinderlich für die Wundheilung sind. Das Tragen von weiter Kleidung, die bei langem Sitzen bzw.
Liegen bequem ist und nach dem Stechen nicht auf der wunden Haut scheuert, wäre zudem ratsam.

 

Die richtige Körperstelle wählen

An manchen Körperstellen verblassen und verschwimmen Tattoos mit den Jahren schneller als an anderen.
Genauso gibt es Körperstellen, die bei der Tattoo-Pflege mehr Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und unter
Umständen schwieriger zu pflegen sind. Im Allgemeinen ist das Schmerzempfinden individuell und meist auch
tagesformabhängig, jedoch gibt es durchaus Stellen, an denen das Tätowieren tendenziell als schmerzhafter
empfunden wird als an anderen. Hervorragende Stellen für ein erstes Tattoo sind z.B. der Unterarm sowie Oberarm,
der Oberschenkel und die Wade, da das Schmerzempfinden hier eher geringer ausfällt. Ebenso lassen sich diese
Körperregionen besser pflegen und verblassen, im Vergleich zu Hand- oder Finger-Tattoos, deutlich langsamer.

 

Das Tattoo gründlich pflegen

Da eine Tätowierung einer oberflächlichen Hautwunde gleich kommt, empfiehlt sich eine gute Pflegeroutine. Dabei
sollten eure Kunde das frischgestochende Tattoo so wenig wie möglich anfassen, da Schmutz oder Keime in die
Wunde gelangen können. Lediglich zum Eincremen dürfen eure Kunden mit dem Tattoo in Berührung kommen.
Daraus versteht sich, dass ein gründliches Händewaschen hierbei Pflicht ist. Auf langes Duschen und Baden in
chlorhaltigem Wasser muss während der Abheilphase erst einmal komplett verzichtet werden. Auch den Gang ins
Fitnessstudio oder die nächste Sauna sollten eure Kunden ebenfalls auslassen bis das Tattoo vollständig abgeheilt
ist. Eine falsche sowie ungründliche Pflege können ein Tattoo zum negativen beeinflussen.

 

 

Einen günstigen Zeitpunkt aussuchen

Generell lässt sich kein perfekter Zeitpunkt für ein Tattoo festlegen. Aber dennoch bringen die jeweiligen
Jahreszeiten ihre Vor- und Nachteile mit sich. Im Sommer kann ein frisch gestochenes Tattoo schneller heilen, weil
zumeist Sauerstoff an die Wunde gelangt. Allerdings muss man sein Tattoo mehr vor direkter Sonneneinstrahlung
schützen und Chlor- sowie Meerwasser die ersten Wochen meiden. Ein vermehrtes Schwitzen wäre ebenso
hinderlich bei der Abheilung. Im Winter verhält sich das ganze genau gegenteilig. Hier muss man sich zwar weniger
vor den UV-Strahlen in Acht nehmen und schwitzt in der Regel seltener, aber durch die warme Kleidung kommt
weniger Sauerstoff an die Haut, was dazu führt, dass die Abheilung etwas länger dauern kann.

 

Ein Tattoo bleibt für immer, deshalb sollte die Entscheidung eines Tattoos gut überlegt sein. Es zu entfernen, ist
nicht nur kostspielig, sondern auch im Gegensatz zum Tätowieren, mit deutlich mehr Schmerzen verbunden.
Schlussendlich ist ein Tattoo immer auch ein Symbol für eine bestimmte Lebensphase und kein Accessoire, das
irgendwann völlig aus der Mode kommt. Wenn man das Tätowieren aus dieser Sicht heraus betrachtet, fällt es
einem vielleicht leichter über den Schmerz hinwegzusehen.


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